Teil 1
Im H-alpha
Licht (656,28nm) ist die Chromosphäre beobachtbar. Eine Schicht
über der Photosphäre, die im Weißlicht beobachtet wird.
Die auffälligsten Oberflächenstrukturen sind bereits mit
kleinen (Einsteiger-) Geräten zubeobachten:

(Grafik: Andreas Murner)
Die bekannteste Struktur der H-alpha Sonne sind wohl die Protuberanzen bzw. Filamente (Protuberanzen in der Draufsicht). Es handelt sich dabei um "Wolken" teilweise ionisierten Gases in der Korona. Sie werden von Magnetfeldern gehalten. Da diese Magnetfelder oft starken Schwankungen unterworfen sind, kommt es zu teilweise bizarren Strukturen und Verwirbelungen. Die Dichte der Protuberanzen hängt dabei von mehreren Faktoren ab, unter anderem der Stärke des entsprechenden Magnetfeldes. Ihre Lebensdauer kann bis zu mehren Wochen betragen. Sie erreichen Höhen bis zu einigen hunderttausend Kilometern.
Normalerweise
sind Protuberanzen/Filamente mindestens an 2 Stellen mit der
Chromoshpäre in Kontakt, je nach dem, wie die das dazugehörige
Magnetfeld aufgebaut ist. Im Allgemeinen gilt: je
länger/größer ein Filament / die Protuberanz, desteo mehr
Kontakt- oder auch Ankerpunkte gibt es. Oft haben ausgedehnte
Filamente auch eine längere Lebensdauer, lösen sich dann aber
um so spektakulärer auf. Wird ein Ankerpunkt durch ein anderes
Magnetfeld oder akute Oberflächenaktivität gestört, lösen sie
sich binnen kurzer Zeit auf/ab, während kleine Protuberanzen /
Filamente z.T. einfach "auslaufen". Dabei wird z.T.
eine große Menge Gas in Form eines Coronalen Materie Auswurfs
(auch CME) in den Weltraum geschleudert.
Video - ablösen einer Protuberanz
- 1,9MB, DivX

(Grafik: Andreas Murner)
Aktive Regionen werden alle Teile der Sonnenoberfläche genannt, in denen Aktivität auftritt. Sie heben sich durch eine deutlich andrere Struktur und Helligkeit vom rest der ungestörten Chromosphäre ab. Verursacht werden sie von starken Magnetfeldern, bzw. Magnetfeldstörungen. Meist sind Fleckengruppen mit eingebettet, nur selten entwickeln sich keine Flecken in AR's. Sie können binnen weniger Stunden ihre Aktivität stark verändern. Das Chromosphärische Netzwerk wird in der näheren Umgebung von AR's sichtbar beinflußt - ähnlich Eisenspähnen an einem Magneten.
© Andreas Murner